Viel ist passiert in den letzten drei Monaten. Zwischenzeitlich ließ ich die Vorbereitungen für ein paar Wochen liegen und ließ mich ziemlich hängen. Nach einem gehörigen verbalen Tritt in den Hintern durch einen guten Freund, wurstelte ich mich stundenlang durch Blogs, Touristeninfoseiten und Testberichten bis mich das Reisefieber voll erfasste. Der derzeitige Stand der Dinge:
1. Eigentlich liebe ich Spontanität. Diesmal möchte ich aber ungern etwas dem Zufall überlassen. So beschloss ich, diesmal jede Nacht vorzubuchen. Mittlerweile fehlen mir auch nur noch drei Nächte.
Die größten Probleme hatte ich anfänglich meine Wanderung auf dem Kumano Kodo zu organisieren. Zu ländlich ist doch die Gegend auf der Kii-Halbinsel um an jeder Ecke ein Hotel zu erwarten. Per Zufall bekam ich dann Hilfe über einen anderen Blog. Vielen Dank nochmal :) Auch die Touristenseite der Heiligen Pilgerwege ermöglichen bequem Unterkünfte zu buchen, selbst wenn man des Japanischen nicht mächtig ist. (Um Englisch kommt man dennoch nicht herum).
Einfach unter der Kategorie "Accomodations" die gewünschten Orte eingeben, Unterkunft auswählen und Buchungsanfrage stellen (Bei einigen Unterkünften ist es sogar möglich ein Lunchpaket für die weitere Tour mitzubestellen, in anderen wiederum werden keine Kinder aufgenommen). Das Toruistenbüro leitet dann die Anfrage an die Unterkünfte, meist Minshukus (eine Art kleine Familienpension), weiter. Haben diese Plätze frei, kann über einen gesendeten Link per Kreditkarte gezahlt werden. Achtung! Es muss innerhalb von 48h gezahlt werden, da sonst die Reservierung erlischt.
Ansonsten bin ich schon unglaublich gespannt auf den Ryokan in Yonumine, einem für seine heißen Quellen bekannter Ort.
Da es letztes Mal schon nicht geklappt hat, habe ich diesmal bewusst nach Kapselhotels, die auch Frauen aufnehmen gesucht. Fündig geworden bin ich in Osaka. Hier gibt es tatsächlich eines nur für Frauen.
Insgesamt reicht mein Buchungsspektrum nun von Jugendherberge (sogar mit der in Takayama von letztem Mal) bis hin zum teuren Ryokan über den Dächern von Tokyo. Man gönnt sich ja sonst nichts und es ist der hoffnungsvolle Versuch mich in der letzten Nacht mit dieser Stadt auszusöhnen.
2. Eine liebe Freundin riet mir dringend zu verünftigen Wanderschuhen. Anfänglich sträubte sich in mir alles angesichts der subtropischen Wetterbedingungen und überhaupt, ich hatte geplant was zu schreiben mit dem Titel "In Chucks über den Kumano Kodo"... Oder so. Letztendlich siegte die Vernunft. Also ab ins nächste Sportgeschäft mit dem Plan auch gleich eine Ganganalyse zu machen um möglichen Knieschmerzen vorzubeugen.
Da standen wir nun vor einer kleinen Plattform mit aufgedruckten Fußumrissen. Zum Messen der Gewichtsverteilung auf dem Fuß. Die bessere Hälfte und ich schauten uns nur skeptisch an, schüttelten den Kopf und verließen wieder das Geschäft. Am nächsten Tag klemmte ich mich also ans Telefon des nächstbesten Orthopädieladens und machte einen Termin aus. Erst entgleisten mir sämtliche Gesichtszüge als ich die Kosten von 105€ hörte. Letztendlich stellte sich dies aber als gute Investition heraus.
Im Zeitraum von einer Stunde wurden die unterschiedlichsten Test an meinen Füßen durchgeführt und mir wurde immer schlechter, als ich bei jedem Mitarbeiter ein "ohoh!" vernahm.
Das Fazit: Spreizfuß, zu schwache seitliche Oberschenkelmuskulatur, nach innen knickende Fußgelenke (übrigens u.a. durch das jahrelange Tragen von Chucks... Irgendwie Ironie des Schicksals) und verkürzte Muskulatur in den hinteren Beinen... Verdammt ich bin ein Krüppel! Zumindest weiß ich jetzt woher meine Knieprobleme kommen.
Das positive des Ganzen: Ich besitze jetzt Einlagen, welche für meine neuen Wanderschuhe eingepasst sind und mir ein wunderbares Gefühl beim Gehen geben.
Und hier sind meine neuen Schmuckstücke:
Nach meinem ersten Probespaziergang stellte ich übrigens fest: Sneakersocken darin sind blöd. Ich hätte auf besagte Freundin hören sollen. Nachdem ich aufgrund einer am Bund geriebenen Blase eine Woche lang so gut wie gar nicht laufen konnte, verfüge ich nun auch über Trekkingsocken, welche ich günstig im Lidl erstanden habe.
3. Im Grunde stand schon von Anfang an fest, dass es diesmal nicht der Rucksack vom letzten Mal wird. So suchte ich stundelang im Internet nach guten Trekkingrucksäcken, welche auch in mein Budget passen. Die ganze Sucherei wurde dann dadurch unterbrochen, dass mir plötzlich ein Rucksack der Bundeswehr in perfekter Größe was Stauraum und Gurte betrifft unter die Nase gehalten wurde. "Lag noch unterm Bett!"
Yeah! Lächeln ins Gesicht gezaubert. Nach der letzten Tour ist einer meiner wichtigsten Erfahrungswerte: An guter Ausrüstung sollte man nicht sparen! Vor allem was den Rücken betrifft.
4. Die Sprache: Schon letztes Mal versuchte ich mich mit ein paar Brocken Japanisch durchzuschlagen. War mir im Nachhinein zu wenig. Also wieder die Lehrbücher rausgekramt und schon nach ein paar Seiten unglücklich: Ich steh einfach nicht auf Vokabeln auswendig lernen. Das ist nicht nur langweilig für mich, sondern ich finde es auch irgendwie uneffektiv. Nach weiteren Recherchen bin ich dann über Assimil gestolpert.
Dieser Verlag arbeitet mit einer Methode, welche tatsächlich autodidaktisch hervorragend für mich funktioniert. Keine permanenten Übungen, in welchen man sich wieder in ein Klassenzimmer zurückversetzt fühlt mit typischen Sprüchen: "And all together now!"
Vielmehr liest man pro Lektion ein paar Sätze auf japanisch und danach die Übersezung. Bei jeder neuen grammatikalischen Erscheinung gibt es Anmerkungen. Vokabeln lernen ist nicht notwendig, da sich alle Wörter mehrmals wiederholen und sich einfach durch den Kontext leichter einprägen.
Nachteil ist zwar, dass die Audio-CD's seperat gekauft werden müssen und auch nicht gerade günstig sind, aber abgesehen davon lohnt es sich wirklich. Das Material ist umfangreich und gibt einem schnell Erfolgserlebnisse. Und zudem beschränken sich die zwei Bände nicht nur auf die Stufe A1 und A2, sondern bis B2. Ein Aspekt der auf dem deutschen Markt der Sprachlehrbücher nicht zu unterschätzen ist.
Nun denn
Habt ein schönes Osterfest, ich werde fleißig weiterlernen.
Sonntag, 5. April 2015
Mittwoch, 21. Januar 2015
... in heller Aufregung
Neujahrsvorsätze waren noch nie so meins... Abnehmen, mehr Sport machen, Rauchen aufhören etc. etc. Ist doch sowieso alles nach wenigen Wochen wieder hinfällig. Aber sich eine schöne Unternehmung vornehmen und mich zu meinem runden Geburtstag selbst beschenken, das wäre schon eher was.
Da saß ich nun mit einer Freundin kurz nach Weihnachten in einer kleinen Bar in Magdeburg und gestand ihr, dass da so eine verrückte Idee durch meinen Kopf schwirrt: Ich will wieder nach Japan! Allein! Und dort auf dem Kumano Kodo pilgern und einiges anderes. Für so verrückt wurde sie gar nicht erklärt und die Pläne in meinem Kopf verdichteten sich.
In der Neujahrsnacht dann der besseren Hälfte vom Vorhaben erzählt und Zuspruch gefunden: Mach das! Auf jeden Fall!
Nur Zuspruch hab ich bis jetzt auch nicht gefunden. Oma ist ein wenig schockiert: "Ganz ALLEIN? Kind!!!" Ja! Ganz allein!
In Japan ist das ja glücklicherweise möglich. Rückblickend auf den vergangenen Trip, werde ich jedoch diesmal einiges anders machen:
1. Besser planen! Hat zwar letztes Mal alles irgendwie immer geklappt, aber eine Situation wie in Naruto muss ich nicht nochmal haben, als wir schon regelrecht penetrant werden musste, dass uns die Touristeninfo ein Zimmer suchte. Ist mir im Nachhinein immer noch peinlich so aufdringlich gewesen zu sein.
2. Weniger Gepäck! Nur das Notwendigste. Wenn es mich 170km an der pazifischen Küste zu Fuß entlang führt, will ich nicht schon nach einer Stunde wegen Rückenschmerzen aufgeben.
Und bevor ich doch wieder einen Rückzieher mache bzw. die Ticketpreise bis zum Sommer in die Höhe schnellen, habe ich dann heute spontan gebucht. Aeroflot... Russische Airline. Ich bin gespannt. Auf jeden Fall wird die Flugzeit diesmal wesentlich kürzer, daraus habe ich beim letzten Mal definitiv gelernt.
Nie wieder 12 Stunden Flughafen in Shanghai!
Da saß ich nun mit einer Freundin kurz nach Weihnachten in einer kleinen Bar in Magdeburg und gestand ihr, dass da so eine verrückte Idee durch meinen Kopf schwirrt: Ich will wieder nach Japan! Allein! Und dort auf dem Kumano Kodo pilgern und einiges anderes. Für so verrückt wurde sie gar nicht erklärt und die Pläne in meinem Kopf verdichteten sich.
In der Neujahrsnacht dann der besseren Hälfte vom Vorhaben erzählt und Zuspruch gefunden: Mach das! Auf jeden Fall!
Nur Zuspruch hab ich bis jetzt auch nicht gefunden. Oma ist ein wenig schockiert: "Ganz ALLEIN? Kind!!!" Ja! Ganz allein!
In Japan ist das ja glücklicherweise möglich. Rückblickend auf den vergangenen Trip, werde ich jedoch diesmal einiges anders machen:
1. Besser planen! Hat zwar letztes Mal alles irgendwie immer geklappt, aber eine Situation wie in Naruto muss ich nicht nochmal haben, als wir schon regelrecht penetrant werden musste, dass uns die Touristeninfo ein Zimmer suchte. Ist mir im Nachhinein immer noch peinlich so aufdringlich gewesen zu sein.
2. Weniger Gepäck! Nur das Notwendigste. Wenn es mich 170km an der pazifischen Küste zu Fuß entlang führt, will ich nicht schon nach einer Stunde wegen Rückenschmerzen aufgeben.
Und bevor ich doch wieder einen Rückzieher mache bzw. die Ticketpreise bis zum Sommer in die Höhe schnellen, habe ich dann heute spontan gebucht. Aeroflot... Russische Airline. Ich bin gespannt. Auf jeden Fall wird die Flugzeit diesmal wesentlich kürzer, daraus habe ich beim letzten Mal definitiv gelernt.
Nie wieder 12 Stunden Flughafen in Shanghai!
Mittwoch, 29. Oktober 2014
Kichern
Wo ich gerade schon von Getränken geschrieben habe. Wer nach Lissabon reist sollte unbedingt den Sauerkirschlikör Ginjinha (Dschinja ausgesprochen) probieren. Hierzu gibt es verschiedene Möglickeiten. Auf dem Plaza do Comercio gibt es zwei kleine Stände. Einer direkt am Ufer des Tejo (eine kleine Außenstelle des Originalladens) und einer direkt am Arco de Rua Augusta. Empfehlenswert ist auf jeden Fall ersterer. Hier bekommt man in sein Gläschen noch eine Kirsche für nur einen Euro. Am anderen Stand wiederum ist der Likör auch in einem Schokoladenbecher zu erstehen. Also je nachdem was man mag.
Direkt am Largo de São Domingos findet sich dann der kleine Laden "A Ginjinha", in welchem das Kirschwässerchen seinen Ursprung fand. In dieser Stehbar sind die Becherchen, in welchen ausgeschenkt wird etwas größer als dem, der sich am Tejo befindet. Kostet dann auch ein paar Cent mehr, dafür gibts aber zwei bis drei Kirschen dazu ;). Auf diesem Platz ist auch den ganzen Tag reges Treiben. Tagsüber besichtigen viele die Igreja de São Domingos und das dazugehörige Mahnmal "Lisboa, Cidade da Tolerância", welches an das Massaker von 1506 an der jüdsichen Bevölkerung gedenkt.Abends wird man hier des öfteren von etwas spezielleren Straßenhändlern angesprochen. Aufdringlich werden diese jedoch eher seltener.
Wer seinen Ginjinha etwas milder mag, probiert diesen in der kleinen Bar schräg gegenüber. Hier wird das Getränk sogar noch in Gläsern ausgeschenkt. Auch kann man das eine oder andere Tröpfchen, wie zum Beispiel Anislikör probieren.
Ich für meinen Teil, habe mehr Geschmack an dem Original gefunden, stellte aber nur nach zwei Becherchen fest, dass dieses edle Tröpfchen mich doch ziemlich schnell kicherig macht.
Na denn Prost!
Direkt am Largo de São Domingos findet sich dann der kleine Laden "A Ginjinha", in welchem das Kirschwässerchen seinen Ursprung fand. In dieser Stehbar sind die Becherchen, in welchen ausgeschenkt wird etwas größer als dem, der sich am Tejo befindet. Kostet dann auch ein paar Cent mehr, dafür gibts aber zwei bis drei Kirschen dazu ;). Auf diesem Platz ist auch den ganzen Tag reges Treiben. Tagsüber besichtigen viele die Igreja de São Domingos und das dazugehörige Mahnmal "Lisboa, Cidade da Tolerância", welches an das Massaker von 1506 an der jüdsichen Bevölkerung gedenkt.Abends wird man hier des öfteren von etwas spezielleren Straßenhändlern angesprochen. Aufdringlich werden diese jedoch eher seltener.
Wer seinen Ginjinha etwas milder mag, probiert diesen in der kleinen Bar schräg gegenüber. Hier wird das Getränk sogar noch in Gläsern ausgeschenkt. Auch kann man das eine oder andere Tröpfchen, wie zum Beispiel Anislikör probieren.
Ich für meinen Teil, habe mehr Geschmack an dem Original gefunden, stellte aber nur nach zwei Becherchen fest, dass dieses edle Tröpfchen mich doch ziemlich schnell kicherig macht.
Na denn Prost!
Kaffee trinken
In meinem Reiseführer steht, die Portugiesen würden ihren Kaffee lieben. Der "Kaffee" stellte sich dann ganz schnell als Espresso heraus. Und dieser hatte es in sich. Sicher, auch hier gab es Qualitätsunterschiede, die meisten ließen einem aber die Pumpe ordentlich abgehen.
So entpuppte sich unser erstes Frühstück im Hotel (sicher nicht gerade eines der Vorzeigeexemplare) als regelrechtes Experiment.
Versuch 1: Der Kaffeeautomat
Eine Weile stand ich davor mit meiner leeren Tasse in der Hand. Leichtes unsicheres Kratzen am Kopf. Tasse erstmal drunter gestellt und Mut gezeigt indem ich irgendeine Taste drückte. Es war Café Americano. Juhuu! Richtig getippt. Die Tasse füllt sich mit Kaffee bis oben hin. Auch der besseren Hälfte vom Erfolg unterrichtet. Da saßen wir nun beide am Frühstückstisch. Ich nahm einen Schluck. Ich hatte das Gefühl, dass automatisch im selben Augenblick mein Puls hochschnellte. Jörn wiederum wollte dem Getränk durch einen ordentlichen Schluck Milch zu mehr Milde verhelfen. Das Schwarz in der Kaffeetasse hellte sich nur minimal auf.
Versuch 2: Der Kaffe aus dem Thermosbehälter
Auf jeden Fall nicht ganz so pupillenerweiternd. Zumindest an diesem Tag nicht. Nur einen Tag später muss jemand anderes den Kaffee gekocht haben. Hier konnte man dann wieder bequem den Löffel aufrecht in das Getränk stellen.
Versuch 3: Espresso aus dem Kaffeeautomaten
Boah!!! Was zur Hölle? Der Espresso quälte sich angesichts seiner Konsistenz regelrecht Tropfen für Tropfen aus der Maschine und bestand dann fast nur aus Schaum. Dieser wiederum erinnerte mich geschmacklich an meine vergangene WG-Zeit, als wir mal vergessen hatten die Kaffeemaschine auszustellen und der Restkaffee, dann so eine komische klebrige Masse wurde. Zumindest erinnerte mich der Geruch daran.
Versuch 4:Außerhalb Espresso trinken
Super Idee! Einfach nur lecker... Keks wie in Deutschland gibts aber nicht dazu ;)
So entpuppte sich unser erstes Frühstück im Hotel (sicher nicht gerade eines der Vorzeigeexemplare) als regelrechtes Experiment.
Versuch 1: Der Kaffeeautomat
Eine Weile stand ich davor mit meiner leeren Tasse in der Hand. Leichtes unsicheres Kratzen am Kopf. Tasse erstmal drunter gestellt und Mut gezeigt indem ich irgendeine Taste drückte. Es war Café Americano. Juhuu! Richtig getippt. Die Tasse füllt sich mit Kaffee bis oben hin. Auch der besseren Hälfte vom Erfolg unterrichtet. Da saßen wir nun beide am Frühstückstisch. Ich nahm einen Schluck. Ich hatte das Gefühl, dass automatisch im selben Augenblick mein Puls hochschnellte. Jörn wiederum wollte dem Getränk durch einen ordentlichen Schluck Milch zu mehr Milde verhelfen. Das Schwarz in der Kaffeetasse hellte sich nur minimal auf.
Versuch 2: Der Kaffe aus dem Thermosbehälter
Auf jeden Fall nicht ganz so pupillenerweiternd. Zumindest an diesem Tag nicht. Nur einen Tag später muss jemand anderes den Kaffee gekocht haben. Hier konnte man dann wieder bequem den Löffel aufrecht in das Getränk stellen.
Versuch 3: Espresso aus dem Kaffeeautomaten
Boah!!! Was zur Hölle? Der Espresso quälte sich angesichts seiner Konsistenz regelrecht Tropfen für Tropfen aus der Maschine und bestand dann fast nur aus Schaum. Dieser wiederum erinnerte mich geschmacklich an meine vergangene WG-Zeit, als wir mal vergessen hatten die Kaffeemaschine auszustellen und der Restkaffee, dann so eine komische klebrige Masse wurde. Zumindest erinnerte mich der Geruch daran.
Versuch 4:Außerhalb Espresso trinken
Super Idee! Einfach nur lecker... Keks wie in Deutschland gibts aber nicht dazu ;)
Donnerstag, 23. Oktober 2014
in den Strassen von Lissabon
Nun haben wir mittlerweile den dritten Tag in Lissabon. Meine Beine machen sich doch so langsam bemerkbar. Dies liegt auch hauptsächlich an meiner Schuhwahl. Wer hügelige Landschaften nicht gewohnt ist und Die Stadt zu Fuß erkunden möchte, ist mit Absatzschuhen, scheuernden Ballerinas und Plastik-FlipFlops schlecht beraten. Ich habe alles ausprobiert und meine Füße haben mir mittlerweile den Krieg erklärt. Also bin ich gestern Abend zu bequemen flachen Turnschuhen übergegangen.
Generell habe ich Lissabon schlecht eingeschätzt. Ich hätte die Stadt viel größer vermutet. Umso überraschter waren wir, als uns bewusst wurde, dass wir uns schon zwei Stadtteile weiterbefanden während wir uns auf der Suche nach einer bestimmten Sehenswürdigkeit befanden.
Aus diesem Grund ist auch eine gute Stadtkarte nur bedingt hilfreich. Viele kleine Gassen sind namentlich nicht bzw. überhaupt nicht eingetragen. Die vielen Hügel, Treppen und verschlungenen Gassen machen einen Spaziergang zu einem kleinen Abenteuer. Da aber wie schon erwähnt Lissabon auf der Fläche gesehen nicht sehr weit auseinander gezogen ist, landet man irgendwann immer wieder an größeren Sehenswürdigkeiten oder schönen Aussichtspunkten, von denen aus eine weitere Orientierung gut möglich ist.
Ein Verlaufen ist also dauerhaft ausgeschlossen. Man kann auch getrost die Karte zu Hause lassen und stößt auf diesem Wege häufiger auf interessante Dinge, fernab des Tourismuses. Nur gezielt etwas finden ist für den ortsfremden eine echte Herausforderung.
So fanden wir nur durch Zufall ein kleines mosambikisches Restaurant. Zwar hatte ich im Reiseführer davon gelesen, die Suche aber schnell aufgegeben. Dann entdeckten wir die Beco da Farinha als wir vom Castelo São Jorges aus (übrigens die 8,50€ schon allein wegen der Aussichtwert durchaus wert) die Straße, welche um die Burg herum führt, entlang schlenderten. In dieser kleinen Gasse hängen Fotografien der Britin Camilla Watson. Die Aufnahmen zeigen die älteren Bewohner der Gegend und zeigen eine Facette von Lissabon, in welche man als Aussenstehender normalerweise keinen Einblick hat.
Am Ende der Gasse entdeckten wir kleine unscheinbare Tische und ein selbstgemaltes Schild: Cantinho do Aziz. Also doch noch gefunden. Es gibt eine kleine übersichtliche Karte mit fairen Preisen. Bis 16 Uhr gibt es einige Gerichte sogar als Mittagsangebot für 4,99 bzw. 5,99€. Dafür gibt es nicht nur das Gericht, sondern noch ein Getränk nach Wahl, ein Stück Obst zum Dessert und ein Espresso dazu. Das Essen ist schlicht, aber sehr lecker. Alles in allem sehr empfehlenswert.
Der Espresso und allgemein der Kaffee ist dann noch einmal eine Geschichte für sich. Bis dahin...
Generell habe ich Lissabon schlecht eingeschätzt. Ich hätte die Stadt viel größer vermutet. Umso überraschter waren wir, als uns bewusst wurde, dass wir uns schon zwei Stadtteile weiterbefanden während wir uns auf der Suche nach einer bestimmten Sehenswürdigkeit befanden.
Aus diesem Grund ist auch eine gute Stadtkarte nur bedingt hilfreich. Viele kleine Gassen sind namentlich nicht bzw. überhaupt nicht eingetragen. Die vielen Hügel, Treppen und verschlungenen Gassen machen einen Spaziergang zu einem kleinen Abenteuer. Da aber wie schon erwähnt Lissabon auf der Fläche gesehen nicht sehr weit auseinander gezogen ist, landet man irgendwann immer wieder an größeren Sehenswürdigkeiten oder schönen Aussichtspunkten, von denen aus eine weitere Orientierung gut möglich ist.
Ein Verlaufen ist also dauerhaft ausgeschlossen. Man kann auch getrost die Karte zu Hause lassen und stößt auf diesem Wege häufiger auf interessante Dinge, fernab des Tourismuses. Nur gezielt etwas finden ist für den ortsfremden eine echte Herausforderung.
So fanden wir nur durch Zufall ein kleines mosambikisches Restaurant. Zwar hatte ich im Reiseführer davon gelesen, die Suche aber schnell aufgegeben. Dann entdeckten wir die Beco da Farinha als wir vom Castelo São Jorges aus (übrigens die 8,50€ schon allein wegen der Aussichtwert durchaus wert) die Straße, welche um die Burg herum führt, entlang schlenderten. In dieser kleinen Gasse hängen Fotografien der Britin Camilla Watson. Die Aufnahmen zeigen die älteren Bewohner der Gegend und zeigen eine Facette von Lissabon, in welche man als Aussenstehender normalerweise keinen Einblick hat.
Am Ende der Gasse entdeckten wir kleine unscheinbare Tische und ein selbstgemaltes Schild: Cantinho do Aziz. Also doch noch gefunden. Es gibt eine kleine übersichtliche Karte mit fairen Preisen. Bis 16 Uhr gibt es einige Gerichte sogar als Mittagsangebot für 4,99 bzw. 5,99€. Dafür gibt es nicht nur das Gericht, sondern noch ein Getränk nach Wahl, ein Stück Obst zum Dessert und ein Espresso dazu. Das Essen ist schlicht, aber sehr lecker. Alles in allem sehr empfehlenswert.
Der Espresso und allgemein der Kaffee ist dann noch einmal eine Geschichte für sich. Bis dahin...
Donnerstag, 16. Oktober 2014
in Vorfreude
Nachdem kurzfristig im Sommer nur Ostsee drin war, entschieden wir uns vor geraumer Zeit doch dem nahenden Herbst wenigstens für eine Woche zu entfliehen. Und wenn ich mir so draußen das nasse Wetter anschaue muss ich diese Idee posthum für gut befinden.
Die Flucht führt uns nach Lissabon. Ich hatte mir ohnehin vorgenommen nach und nach die Hauptstädte von Europa zu bereisen. Also Urlaub genommen... okay, erkämpft trifft es eher... und tapfer verteidigt. Was ich einmal habe, lasse ich genauso wenig los wie Gollum seinen Ring.
Der Gedanke an Lissabon lässt mich schon jetzt in einer Sehnsucht schwelgen, die ich lange nicht mehr gespürt habe. Mal wieder weg von hier, eine andere Mentalität an Menschen kennenlernen. Ich bin sehr gespannt auf die Fados und das Lebensgefühl "Saudade", auch wenn es heißt, dass Nichteinheimische das Wort niemals verstehen werden.
Ich möchte das salzige Wasser des Atlantiks riechen.
Ich möchte die Straßenkunst sehen.
Möchte über den Tejo spazieren.
Ein Pastéis de Nata probieren.
Die Flucht führt uns nach Lissabon. Ich hatte mir ohnehin vorgenommen nach und nach die Hauptstädte von Europa zu bereisen. Also Urlaub genommen... okay, erkämpft trifft es eher... und tapfer verteidigt. Was ich einmal habe, lasse ich genauso wenig los wie Gollum seinen Ring.
Der Gedanke an Lissabon lässt mich schon jetzt in einer Sehnsucht schwelgen, die ich lange nicht mehr gespürt habe. Mal wieder weg von hier, eine andere Mentalität an Menschen kennenlernen. Ich bin sehr gespannt auf die Fados und das Lebensgefühl "Saudade", auch wenn es heißt, dass Nichteinheimische das Wort niemals verstehen werden.
Ich möchte das salzige Wasser des Atlantiks riechen.
Ich möchte die Straßenkunst sehen.
Möchte über den Tejo spazieren.
Ein Pastéis de Nata probieren.
Dienstag, 27. November 2012
bei Freunden
Irgendwie wurde mir erst bewusst,
wie viel ich einigen Menschen bedeute, als ich mehr brauchte als einen
erhobenen Daumen auf Facebook.
Der Irrglaube, wir wären sozial
integriert, je mehr unserer Statusnachrichten kommentiert werden, bereitet mir Übelkeit.
Da will ich mir die Seele aus dem Leib kotzen und nicht nur das letzte Bier
ausm Fonte für 3,10€ vorige Nacht. Wenn ich dieses Bier nicht sowieso gerade
von einem lieben Freund spendiert bekommen habe, der zwar weiß, dass Alkohol
keine Probleme löst, aber das tut ja Wasser bekanntlich auch nicht. Dafür
reicht so ein Freund mir Tabak, Paper und Filter, obwohl ich gerade eigentlich
nicht rauchen will. Einfach so. Um auf subtile Art und Weise dem besoffenen
Lebensphilosophen, der gerade auf mich einredet ohne mich zu kennen, warum ich
nicht glücklich werden kann, klarzumachen, dass jetzt nicht der richtige
Zeitpunkt ist ihm zuzuhören.
Richtige Freunde posten nicht nur
Fotos von ihrer Geburtstagstorte, sie laden mich dazu ein. Selbst wenn ich nur
noch ein Schatten meiner Selbst bin. Wahre Freunde zeigen mir im Internet nicht
wo sie gerade sind, sondern sie sind bei mir, wenn ich das Gefühl habe, die
Welt geht unter.
Denen ich wichtig bin, die
klopfen morgens an meiner Tür und zwingen mich aufzustehen, wenn ich mich dazu
nicht in der Lage fühle.
Freunde sind es auch nach dem
dritten Anruf am Tag nicht leid, weil sie wissen, dass ich woanders nicht nach
Antworten fragen brauche, da ich sie dort nicht finden werde. Sie kommen sogar
weite Strecken bis zu mir, um sie am Boden von zwei Flaschen Wein zu suchen.
Freunde kochen und berichten
darüber nicht auf ihrer Pinwand. Sie tun es für mich, weil sie nicht mehr mit
ansehen können, wie ich lieber verhungern würde, als in meinem Leid zu
ertrinken.
Es gibt Tage, da schmerzt es
älter zu werden. Die Zeit wird schneller und es gibt in dieser Generation nur
noch wenige Konstanten. Aber wir werden erwachsen, ob wir wollen oder nicht.
Jeder hat sein eigenes Leben, das er versucht auf die Reihe zu bekommen. Der
eine schafft es mehr, der andere weniger. Die es weniger packen, können sich
glücklich schätzen, wenn nicht nur Mitleid bekundende Kommentare auf Facebook
einprasseln. Sondern wenn da jemand ist, der sich bei strömendem Regen, in der
bittersten Kälte und tiefsten Nacht die Schuhe anzieht, sich den Regenschirm
nimmt und Kilometer weit laufen würde, um Trost zu spenden.
Echte Freunde sind da, wenn das
Glück geht. Und diese Freundschaften sind nicht mit einem Mausklick zu
schließen. Sie werden mit einer Umarmung besiegelt.
Für Dani, Tobi, Regina, Falko und
Uli…und alle anderen, die mich derzeit ertragen. Danke
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