Ich bin noch immer tief berührt von der Freundlichkeit der Japanerin Kazumi, die ich vorgestern kennenlernte. Gestern und heute zeigte sie mir, dass die Gastfreundlichkeit keine Grenzen kennt. Da sie Alleinerziehende ist, arbeitet sie gleichzeitig in zwei Jobs. Und dennoch nahm sie sich die Zeit mit mir ihre Pause zwischen beiden Arbeitsstellen zu verbringen. Erst lud sie mich auf ein Eis ein, dann auf Okonomiyaki. Ersteres war geraspelter Eiswürfel. Über diesen entstandenen Schnee wird Sirup nach Wahl gegossen. Die Besitzerin des Ladens schaute übrigens Nachrichten über Deutschland und erzählte stolz, dass sie Angela Merkel kennt. Ich musste dann noch für ein Erinnerungsfoto herhalten. Der Laden ist so versteckt in Shingu, da ist es eher selten, dass sich Touristen hierhin verlaufen.
zum Abendessen führte Kazumi mich in einen kleinen Laden. Alleine hätte ich es niemals hinbekommen, mein Okonomiyaki so zu bestellen, Wie ich es mag. Leider Musste Kazumi dann arbeiten, so wie heute widererwarten auch. Dafür stattete sie mich mit einer kleinen Lunchbox, einem Armband gegen Mücken und einem Fächer aus. Undweil das ihr noch nicht großzügig genug schien,schenkte sie mir einen Yukata samt Ivo und kleinen Täschchen für Handy etc. aus. Ich wusste schon gar nicht mehr, was ich sagen sollte, als sie sich auch noch anbot mein Gepäck zu meiner heutigen Unterkunft zu fahren. So machte ich mich nur mit Kamera, Lunchbox und Handtuch (Niemals vergessen!) In den Wald rund um Nachi, in welchem es auch noch Affen gibt. Gesehen habe ich keinen.
Dies sollte dann auch erstmal die letzte Strecke sein, auf der ich für mich allein war. Kaum gelangte ich auf den Streckenabschnitt Daimon zaika Wurden es immer mehr Touristen. Dennoch war die Treppe, gesäumt von Jahrhunderte alten Zedern absolut beeindruckend. Jetzt am großen Schrein Nachi Taisha, wuselt es nur so von Besuchern. An jeder Ecke sind Souvenirläden.
Nun geht es weiter zu den Wasserfällen von Nachi.
Sonntag, 26. Juli 2015
Samstag, 25. Juli 2015
.... eine Prinzessin
Oder so ähnlich. Ich sitze gerade mitten in den Ruinen von Shingu Castle. Damit ihr euch keine falschen Vorstellungen macht. Das einzige, dass früher in Burgen aus Stein gebaut wurde, sind die Stadtmauern, die zugleich als Fundament dienen. Ich sitze also auf einer riesigen Steinplattform. Mal wieder bin ich allein, was aber eine unglaublich beruhigende Atmosphäre schafft.
Gestern stellte ich fest, dass ich lieber im warmen Sommerregen laufe. Meine leicht aufgeriebenen Füße und mein Sonnenbrand sprechen Bände. Ich brach also nach etwa 17km ab und setzte mich in den Zug. Die letzten 5km lief ich dann in Flipflops auf dem Tsunamidamm. Linkerhand den Pazifik, der mit gewaltiger Wucht Wellen an den Strand trieb, auf der rechten Seite Kumano City.
Allerdings war ab Kumano zu spüren, dass hier mehr touristisch angeboten wurde rund um den Pilgerweg. Ich komme also meinem Ziel näher: Hongu.
In Shingu saß ich dann im Hotel vorm Fernseher und ließ mich von den quietschbunten Unterhaltungssendungen berieseln. Besonders die Werbung mutet wie eine halbe Comedyshow an. Dann sah ich einen Spot für einen Burgerladen, der nur ein paar Strassen weiter lag. Da ich ohnehin Hunger hatte... Wieso also nicht.
Es stellte sich sogar als großartige Idee heraus. Ich lernte die Kellnerin Kazumi kennen, die ich sogar halbwegs verstand. Sie tauschte mit mir ihre Mailadresse aus und versprach nach Feierabend zu schreiben.
Heute morgen klopfte es plötzlich an meiner Zimmertür. Kazumi hatte meine Mailadresse falsch eingegeben und kam nun vorbei um sich für morgen mit mir zu verabreden. Sie möchte mich auf meiner morgigen Etappe nach Nachisan begleiten.
Ich freue mich jetzt schon.
PS : während ich hier schrieb, verspeiste neben mir ein nachtigallähnlicher Vogel einen grün glänzenden Käfer.
PPS: komische Schreibfehler entstehen durch die eigenwillige Autokorrektur meines Smartphones.
Gestern stellte ich fest, dass ich lieber im warmen Sommerregen laufe. Meine leicht aufgeriebenen Füße und mein Sonnenbrand sprechen Bände. Ich brach also nach etwa 17km ab und setzte mich in den Zug. Die letzten 5km lief ich dann in Flipflops auf dem Tsunamidamm. Linkerhand den Pazifik, der mit gewaltiger Wucht Wellen an den Strand trieb, auf der rechten Seite Kumano City.
Allerdings war ab Kumano zu spüren, dass hier mehr touristisch angeboten wurde rund um den Pilgerweg. Ich komme also meinem Ziel näher: Hongu.
In Shingu saß ich dann im Hotel vorm Fernseher und ließ mich von den quietschbunten Unterhaltungssendungen berieseln. Besonders die Werbung mutet wie eine halbe Comedyshow an. Dann sah ich einen Spot für einen Burgerladen, der nur ein paar Strassen weiter lag. Da ich ohnehin Hunger hatte... Wieso also nicht.
Es stellte sich sogar als großartige Idee heraus. Ich lernte die Kellnerin Kazumi kennen, die ich sogar halbwegs verstand. Sie tauschte mit mir ihre Mailadresse aus und versprach nach Feierabend zu schreiben.
Heute morgen klopfte es plötzlich an meiner Zimmertür. Kazumi hatte meine Mailadresse falsch eingegeben und kam nun vorbei um sich für morgen mit mir zu verabreden. Sie möchte mich auf meiner morgigen Etappe nach Nachisan begleiten.
Ich freue mich jetzt schon.
PS : während ich hier schrieb, verspeiste neben mir ein nachtigallähnlicher Vogel einen grün glänzenden Käfer.
PPS: komische Schreibfehler entstehen durch die eigenwillige Autokorrektur meines Smartphones.
Donnerstag, 23. Juli 2015
...vor Bären davonlaufen
Die heutige Etappe stellt eine der härtesten dar. Dies merkte ich recht schnell... Ging es doch immer steil bergauf. Gerade als ich am Pass ankam und nur noch der Abstieg bevorstand, stieß ich auf ein Warnschild, das einen Bären abbildete. Es sah nicht niedlich aus, wie viele Hinweisschilder hier, sonder wirklich ernst gemeint. Ich harderte mit dem weitergehen und wechselte lieber auf die angrenzende Asphaltstraße. Hier lief ich dann eine geschlagene Stunde bis ich überhaupt auf ein Haus stieß. Ansonsten keine Autos oder irgendein Mensch. Dafür sah ich von weitem einen Bären durch den Wald rennen. Spontan vergaß ich, dass mein linkes Knie schmerzte und legte einen Zahn zu. Als ich dann endlich auf einer befahrenen Straße stand, hielt plötzlich ein freundlicher Herr, fuhr mich zum nächsten Bahnhof um dort festzustellen, dass ich hätte über zwei Stunden warten müssen. Also lud er mich wieder ins Auto und fuhr mich direkt ins Hotel. Nun schaue ich das quietschbunte Fernsehprogramm im japanischen Fernsehen. :)
Abonnieren
Posts (Atom)